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FRIEDE - Institut für Dialog
Die Einrichtung „FRIEDE-Institut für Dialog“ existiert seit dem Jahre 2002 und wurde von in Österreich lebenden jungen Akademikerinnen und Akademikern mit unterschiedlichem beruflichem und kulturellem Hintergrund gegründet. Das Institut mit seiner vorwiegend islamischen Identität hat derzeit zwei Niederlassungen in Österreich (Wien und Innsbruck) und steht allen am respektvollen Dialog der Kulturen, Religionen und Weltanschauungen Interessierten offen. Oberstes Ziel war und ist es, durch die Förderung eines offenen Dialogs der in den letzten Jahren stark zunehmenden Tendenz von vordergründig kulturell und religiös geprägten Konflikten konstruktiv und auf friedlichem Weg entgegenzuwirken.
Ausgehend von der Tatsache, dass jede Kultur, jedes Wertesystem und jede Religion Werte und Grundsätze bereithält, die zum Weltfrieden beitragen, sieht das FRIEDE Institut für Dialog seine Aufgabe darin, durch die Betonung und Pflege dieses reichen traditionellen Erbes eine Atmosphäre zu schaffen, in der diese grundlegenden Werte auch gelebt werden können.
Der 11. September 2001 hat einen Schatten auf das Bild des Islam geworfen, der seither in den Beiträgen zahlreicher „westlicher“ Medien stark verzerrt als gewaltbereite und totalitäre Religion dargestellt wird. Muslime auf der ganzen Welt drängt es danach, sich mit den Mitteln eines friedvollen Dialogs dagegen auszusprechen, dass ihre Religion auf der globalen Weltbühne zu blutigen Machtkämpfen missbraucht wird.
Schon im Begriff „Islam“, der sich von der arabischen Wortwurzel „s-l-m“ ableitet, steckt das Wort „Friede“. Ein weiteres im Abendland ebenfalls weit bekanntes arabisches Wort ist „Selam“, in dem dieselbe Wortwurzel steckt wie in „Islam“. „Selamun Aleikum“, so lautet der Gruß der Muslime, bedeutet somit auf Deutsch „Friede sei mit euch“. Und nicht zuletzt entspricht „Muslim“ „der, welcher Frieden macht“, und „der Gott Ergebene“. Der Kur‘ãn, das edle Buch der Muslime und die durch den Engel Gabriel dem letzten Gesandten Muhammad offenbarte Schrift Gottes, erwähnt an über 250 Stellen die Barmherzigkeit Gottes, die zugleich auch das dominierende Attribut Gottes darstellt. Jedes Kapitel des Kur‘ãns bis auf ein einziges beginnt mit der Formel „Bismillahir-rahmanir-rahim“ – „Im Namen Allahs des Gnädigen des Barmherzigen“.
Der Ignoranz und vielerorts aufbrechenden Gewaltbereitschaft zwischen rivalisierenden Gruppierungen, ebenso wie der These vom „Kampf der Kulturen“ von Samuel Huntington, setzt das FRIEDE Institut als Weg zu einer gewaltfreien Konfliktlösungsstrategie die Mittel des interkulturellen und interreligiösen Dialogs und des Bemühens um ein gegenseitiges Verstehen entgegen. Die drei monotheistischen „Buchreligionen“, Judentum, Christentum und Islam, bieten für diesen Dialog sowohl hinsichtlich ihrer Unterschiede als auch hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten einen nicht zu unterschätzenden gemeinsamen Ausgangspunkt, berufen sich doch alle drei auf den einen, einzigen Gott und ihren gemeinsamen „irdischen“ Stammvater Abraham.
Aufgrund der praktischen Gegebenheiten, mit denen wir hier in Österreich leben, konzentrieren wir uns in erster Linie auf den christlich-muslimischen Dialog. Das FRIEDE Institut für Dialog hat in den vier Jahren seines Bestehens bereits die verschiedensten VEANSTALTUNGEN UND PROJEKTE vor allem allein, aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen organisiert:
- Ein großes, 3-tägiges ABRAHAM-SYMPOSIUM in Form von Impulsvorträgen namhafter internationaler Vertreter der drei „Buchreligionen“, das bei Publikum und Presse nachhaltigen Widerhall gefunden hat.
- Kulturreisen nach ISTANBUL, ROM, PRAG und ANDALUSIEN.
- Verleihung von DIALOG-PREISEN an Persönlichkeiten aus Religion, Kultur, Politik und Wirtschaft.
- In Zusammenarbeit u. a. mit der UNESCO: Einladung der „Tanzenden Derwische“ von Konya zu Großveranstaltungen in Ost- und Westösterreich im Frühjahr 2007. Das kultische Tanzritual wurde aus Anlass des 800. Geburtstages des islamischen Philosophen, Mystikers und Dichters Mewlana Dschelaleddin „Rumi“ von der UNESCO mit dem Prädikat des „kulturellen und geistigen Weltkulturerbes“ geschützt und ausgezeichnet. Das FRIEDE Institut für Dialog tritt nicht nur als Veranstalter auf, sondern bereitet auch eine Reihe begleitender kultureller Aktivitäten zu diesem Großereignis vor.
- Öffentliche Einladung zu zahlreichen IFTAR-ESSEN, nicht nur in Wien und Innsbruck, sondern auch an anderen Orten. Das ganztägige Fasten während des Fastenmonats Ramadan wird von einer verstärkten Pflege des gemeinschaftlichen Beisammenseins in den Abendstunden bei Speis’ und Trank begleitet. Das FRIEDE Institut für Dialog hat in den vergangenen Jahren in verschiedenen Städten Zelte aufgestellt und sowohl eingeladenen Gästen als auch Passanten den DIALOG mit einem warmen ESSEN schmackhaft gemacht.
- Verteilung von ASHURA (eine besondere Art von Müsli) an Passanten inder Innenstadt und an die Nachbarschaft, um auch auf diese in der Tradition des Islam verwurzelte Form von Gastlichkeit und Dialog aufmerksam zu machen.
- Mitwirken bei KONGRESSEN und SYMPOSIEN, wie zum Beispiel auf dem von der Katholischen Fakultät, Universität Innsbruck organisiertem Kongress „HEILIG u. TABU“
- ZUSAMMENARBEIT mit dem pädagogischen und religionspädagogischen Lehrbetrieb, um die an diesen AKADEMISCHEN EINRICHTUNGEN gelehrte Theorie durch Beispiele aus der gelebten Praxis zu bereichern. Dabei wurden sowohl ganze Lehreinheiten in die Räumlichkeiten des Instituts verlegt, als auch Moschee- undKirchenbesuche durch praktizierende Muslime und Christen organisiert und betreut.
- Sammeln und Zugänglichmachen von interkultureller und interreligiöser Literatur in den BIBLIOTHEKEN der Institute in Innsbruck und Wien.
- ÜBERSETZEN und Veröffentlichen aktuell relevanter Texte ins Deutsche.
- Interreligiöse SEMINAR- und VORTRAGSABENDE mit Schwerpunkt auf die gelebte religiöse Praxis. Bisher. Das Gebet; Rituale im Lebenslauf; der Umgang mit Kranken und Sterbenden; Heil, Erlösung, Vergebung.
- Leseabende, in denen vorwiegend ORIENTALISCHE LITRATUR behandelt wird.
- FILMVORFÜHRUNGEN
- Teilnahme an LITURGISCHEN VERANSTALTUNGEN mit dem Schwerpunkt FRIEDEN.
- Generell ein „OFFENES HAUS“, in dem Gastfreundschaft und ein respektvolles und vorbehaltsloses Gespräch, das heißt aber auch die ZEIT FÜREINANDER, als oberstes Gebot gilt.
Das FRIEDE-Institut für Dialog ist bestrebt, in einer Atmosphäre der Achtsamkeit und Gastfreundschaft eine KULTUR DES MIT- UND FÜREINANDER in den eigenen Reihen zu leben und durch seine – großteils ehrenamtliche – Tätigkeit auch wirksam nach außen hin zu kommunizieren.
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